Aktuelle Ausgabe

allmende 99

Mit Beiträgen von


Attila Anday, Fatma Aydemir, Mehmet Eren Bozbas, Nuran David Calis, Safye Can, Zehra Çırak, Sascha Feuchert –Dinçer Güçyeter, Barbara Köhler, José F. A. Oliver, Selim Özdogan, Deniz Utlu, Safak Sarıçiçek, Achim Wagner, Gerrit Wustmann, Müesser Yeniay


allmende 99

„Brennpunkt Istanbul“ – 99. Ausgabe der Literaturzeitschrift allmende


Juni 2017 | 37. Jahr
88 Seiten, reich bebildert
Mitteldeutscher Verlag
ISSN 0720-3098
12,- € / 15,- sFr

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Die allmende – Zeitschrift für Literatur wird im Juli in Stuttgart mit dem Kulturförderpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. „Die allmende trägt mit einem breiten Fächer an Themen dazu bei, dass sich Literatur in Zeiten des beschleunigten Wandels einen gesellschaftskritischen Funktionsraum bewahren und gleichzeitig neue Leserschichten erschließen kann“, heißt es in der Begründung der Jury. Nun ist die neue, 99. Ausgabe der 36 Jahre alten Literaturzeitschrift erschienen, die sich mit dem Thema „Brennpunkt Istanbul“ beschäftigt“.

Unter Machtdemonstration von Diktatoren leiden immer auch kritische Autoren, Journalisten und Künstler. Die Situation in der Türkei wird für die Erdogan-Gegner immer schwieriger, demokratische Rechte werden zunehmend eingeschränkt. Der mutige Protest der Opposition und das Aufbegehren der vielen Einzelnen ist Anlass über das Leben in der Türkei zu informieren, auch vor dem Hintergrund, dass die deutschsprachige Literatur Istanbul und die Türkei in den letzten Jahren intensiv thematisierte und die türkischstämmigen Autorinnen und Autoren unseren Blick auf die Türkei verändert haben.

In den Texten der vorliegenden Ausgabe reflektieren die Beiträger die Gewalt, Aggressivität und Einschüchterung von Seiten Erdogans. In der Ausgabe, die unter redaktioneller Mitwirkung von José F. A. Oliver entstand, sind Interviews mit Fatma Aydemir und Sascha Feuchert abgedruckt, Attila Anday gibt einen Überblick über den politischen Zustand der Türkei, Achim Wagner thematisiert das Land mit revolutionären Gedichten und Nuran David Calis beschreibt die Schwierigkeiten der Deutschtürken in Deutschland, ihre Identitätskrise und die aufeinanderprallenden Kulturen. Man kann neben dem wachsenden Druck und der Angst auch die Spuren der Sehnsucht und Liebe in den Texten von Müesser Yeniay, Barbara Köhler und Selim Özdogan finden. Der Fotograf Mehmet Eren Bozbas präsentiert aktuelle Momentaufnahmen.

Literaturzeitschrift allmende erhält den Kulturförderpreis des Landes Baden-Württemberg


Der Förderpreis des Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg 2017 geht an die allmende – Zeitschrift für Literatur.
Die Literaturzeitschrift wurde 1981 unter anderem von Martin Walser, Adolf Muschg und Manfred Bosch begründet. Sie erscheint zweimal jährlich im Mitteldeutschen Verlag, wird von Hansgeorg Schmidt-Bergmann im Auftrag der Literarischen Gesellschaft herausgegeben und zusammen mit Matthias Walz redigiert. Die „allmende trägt mit einem breiten Fächer an Themen dazu bei, dass sich Literatur in Zeiten des beschleunigten Wandels einen gesellschaftskritischen Funktionsraum bewahren und gleichzeitig neue Leserschichten erschließen kann: pointiert in ihrer jeweiligen Schwerpunktwahl, ohne Geschichtsverlust experimentierfreudig und dabei beständig die literarischen Traditionen der oberrheinischen Grenzregion bündelnd“, heißt es in der Begründung der Jury. Die Literaturzeitschrift allmende ist in Baden-Württemberg seit 36 Jahren eine der herausragenden Veröffentlichungen ihres Genres. Sowohl junge als auch arrivierte Autorinnen und Autoren berücksichtigend wird Ende 2017 die 100. Ausgabe escheinen. Die kommende Ausgabe, die im Juni erscheinen wird, hat das Thema „Brennpunkt Istanbul“ im Fokus. Die allmende erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro.

Editorial


Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, sondern Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortbestehen. Das ist das ganze Grauen.
Theodor W. Adorno: Erziehung nach Auschwitz

»Was den Antisemitismus angeht, so glaube ich nicht, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, ihn auszulöschen.« Es ist der Historiker Saul Friedländer, der dies in seiner Biografie Wohin die Erinnerung führt nicht resignativ, aber realistisch formuliert. Der Antisemitismus war nie verschwunden, er wechselt seine Formen, instrumentalisiert vorhandene Stereotypen und Klischees. Henryk M. Broder verweist darauf in seinem Beitrag: »Der Antisemitismus geht mit der Zeit, mal ist er klerikal, mal säkular, mal rechts und mal links, mal national-reaktionär und mal international-progressiv. Und egal wie er sich deklariert oder verleugnet, er hat immer ein Ziel: eine judenfreie Welt.«
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Unterwegs


  • Di, 04.07.1017, Preisverleihung in der Stadtbibliothek Stuttgart
    Die Schriftstellerin Annette Pehnt ist mit dem Kulturpreis Baden-Württemberg 2017 ausgezeichnet worden. Der Förderpreis geht an die Zeitschrift für Literatur allmende. Der Kulturpreis wird alle zwei Jahre von der Baden-Württemberg Stiftung und den Volksbanken Raiffeisenbanken verliehen.