Aktuelle Ausgabe

allmende 98

Mit Beiträgen von


Henryk M. Broder, Esther Dischereit, Mirna Funk, Lena Gorelik, Barbara Honigmann, Dirk Laucke, Thomas Meyer, Rabbi Lord Jonathan Sacks, Rafael Seligmann, Esther Stern


Leseprobe

  Mirna Funk: Nichts Neues im Westen (PDF)

  Broder Henryk M. : 5 Fragen – 5 Antworten (PDF)


allmende 98

„Neuer Antisemitismus“ – 98. Ausgabe der Literaturzeitschrift allmende


Dezember 2016 | 36. Jahr
84 Seiten, reich bebildert
Mitteldeutscher Verlag
ISSN 0720-3098
12,- € / 15,- sFr

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Der sogenannte Populismus ist auf dem Vormarsch. Autokratische Politiker wie Putin, Erdogan und Trump demonstrieren global ihre Macht, während rechte Ideologien innerhalb Europas beständig Zuspruch erhalten. Zuvor latent bestehende Ablehnung wird zunehmend offen geäußert. Zusätzlich etabliert sich eine neue Form des alltäglichen Antisemitismus. Migranten, die mit dem Feindbild des „jüdischen Staates Israel“ sozialisiert wurden, befördern diesen Konflikt. Die Literatur als Teil der Gesellschaft kann sich diesen Entwicklungen nicht entziehen.

Die Literaturzeitschrift allmende will den kritischen Interventionen eine Plattform bieten. In den vorangegangenen drei Titeln haben wir die gesellschaftliche Entwicklung in Europa und die Reaktionen der Literatur auf diese politischen Ereignisse behandelt. Die 98. Ausgabe führt diese Auseinandersetzung fort und nimmt so Stellung. Unsere Autorinnen und Autoren reflektieren ihre Erfahrungen mit dem neuen Antisemitismus, wie das dunkle Ressentiment gesellschaftlich zu verorten und inwiefern Aufklärung möglich ist.

Mirna Funk berichtet über die schwierigen Reaktionen auf ihren kritischen Roman Winternähe. Hätte sie gewusst, was auf sie zukommt, hätte sie den Roman nicht geschrieben. Esther Dischereit konstatiert, was dieser erlebte Antisemitismus über die Gesellschaft aussagt, während Rafael Seligmann darüber schreibt, wie es ist, als „Musterjude in Deutschland“ zu leben. Dirk Laucke verortet den modernen Antisemitismus schließlich in der aktuellen Debatte um Rassismus und Migration. Barbara Honigmann, eine der großen deutschsprachigen jüdischen Autorinnen unserer Zeit, hat uns Bilder aus ihrem künstlerischen Werk zur Verfügung gestellt.

Editorial


Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, sondern Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortbestehen. Das ist das ganze Grauen.
Theodor W. Adorno: Erziehung nach Auschwitz

»Was den Antisemitismus angeht, so glaube ich nicht, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, ihn auszulöschen.« Es ist der Historiker Saul Friedländer, der dies in seiner Biografie Wohin die Erinnerung führt nicht resignativ, aber realistisch formuliert. Der Antisemitismus war nie verschwunden, er wechselt seine Formen, instrumentalisiert vorhandene Stereotypen und Klischees. Henryk M. Broder verweist darauf in seinem Beitrag: »Der Antisemitismus geht mit der Zeit, mal ist er klerikal, mal säkular, mal rechts und mal links, mal national-reaktionär und mal international-progressiv. Und egal wie er sich deklariert oder verleugnet, er hat immer ein Ziel: eine judenfreie Welt.«
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